Quellenangabe: Happinez
Text: Nan Luursema
Styling: Cyn Ferdinandus
Foto: Harald Pereira

Happinez über Little-Buddha

In Thailand ist es eine uralte Tradition, kleine Buddha-Anhänger um den Hals zu tragen. Sie werden von Mönchen gesegnet und versprechen dem Träger Schutz für jeden Tag. Die Niederländerin Jolanda de Lange sammelt diese kleinen Buddhas und integriert sie in ihre einzigartigen handgemachten Schmuckstücke

Die Halsketten, die auf diesen Seiten zu sehen sind, wurden aus wertvollen Steinen, Gold und Silber, Bronze und anderen Materialien gefertigt. Sie stammen aus Schmuckwerkstätten in Thailand, Laos, China, Afghanistan, Iraru Irak und Indien. Vieles ist neu gefertigt, doch einige der verwendeten Teile sind schon sehr alt. und alle Schmuckstücke haben eines gemeinsam: Sie sind strahlend schön, Die neuen Stücke glitzern durch die Reflektion des Lichts auf den sorgsam geschliffenen Oberflächen. Doch die antiken Schmuckteile verströmen ihr Licht gleichsam von innen heraus. Ihre beeindruckende Große verleiht den wertvollen Steinen, die auf langen Ketten aufgereiht sind, etwas Königliches. Das ist kein Schmuck, den man auf jedem x-beliebigen Flohmarkt bekommt. Nein, dies ist etwas Echtes, unverfälschtes. Nicht nur die Größe der Steine, auch die hohe Qualität der Handwerkskunst macht aus jeder einzelnen Kette eine Huldigung an die Schönheit der Erde.

Flohmärkte und Auktionen
Die Niederländerin Jolanda de Lange entwirft diesen besonderen Schmuck und importiert die Steine dafür. Sie ist eine Frau, mit der man sich tagelang über spirituelle Themen austauschen kann, wie etwa die Inspiration. Das Suchen und Finden der wahren Berufung, des sonderen Talents, das in jedem von uns schlum- mert sich jedoch sehr häufig für lange Zeit im Unterbewussten verbirgt.  

Und das möglicherweise seit frühester Kindheit. Jolanda ist sich sicher: Dieser Schatz, den Wir, Ohne es Zu Wissen, in uns tragen, kann wachgeküsst werden. Sei es durch eine Entdeckung, eine Begegnung oder aber durch die Überzeugung, dass der Le- bensweg, den man einschlägt, der einzig richtige und vorbestimmte ist. Und dass man darauf trotz aller Wirrungen, die nun einmal zum Leben gehören, fest vertraut.

Auf Schatzsuche
Schon als kleines Mädchen faszinierten Jolanda alte, wertvolle Steine und Schmuck. Ihre Großmutter unterstützte sie darin. "So oft wir konnten", erinnert Jolanda sich, "durchkämmten wir Flohmärkte und Auktionen. Aus heuti ger Sicht stehen diese Expeditionen für die Suche nach den Schätzen im eigenen Leben. Das war ein unglaubliches Vergnügen. Wenn ich etwas entdeckte, das ich als echten Schatz betrachtete, hielt ich es ganz besonders in Ehren und arrangierte es wie auf einem Altar. In der Beziehung unterschied mich sehr von meinen Freundinnen. Ich suchte nicht nach Spielsachen, sondern nach Perlen, alten Bro- schen und Figürchen, in denen Geschichten steckten, die meine Fantasie beflügelten. Noch heute trage ich diesen Schmuck."






Orientalische Denkart

Jetzt könnte man denken: Klar, ein Mädchen wie Jolanda ist ein Naturtalent und muss später einmal den Beruf der Silberschmiedin oder Antiquitätenhändlerin ergreifen. Aber nein, Jolanda schlug einen ganz anderen Weg ein: Sie arbeitete als Pflegerin in der Psychiatrie, kümmerte sich um alte und unheilbar kranke Menschen. All dies machte sie 14 Jahre lang, bis ihre Ehe scheiterte. Jolanda wollte diese anstrengende Arbeit nicht mehr fortsetzen. Sie fühlte, dass sie zurückmusste. Sich wieder mit jenem Impuls, jenem Gefühl verbinden musste, das sie 1999 bei einem Besuch des Dalai Lama in Den Haag verspürt hatte. "In den 90ern habe ich alles über Buddhismus gelesen, was ich in die Finger bekam, und entschloss mich dazu, ein Seminar im Samye Ling Centre in Schottland zu besuchen, einem der größten tibetischen Klöster in Europa. Dorthin reiste ich regelmäßig und belegte auch einen drei Jahre dauernden Theologie-Lehrgang in den Niederlanden. Schon damals fiel es mir leichter, mich in orientalische als in westliche Philosophien hineinzudenken. Doch darüber konnte ich nicht sprechen, ich wollte ja "normal' sein. Aber irgendwann beschloss nicht mehr so zu tun als ob, und wollte nur noch ich selbst sein. Ich konnte einfach nicht davor weglaufen."

Weltschmuck

Mit meinem neuen Partner reiste ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal nach Asien. In Thailand entdeckte ich ein wunderschönes Buddha-Amulett, das ich gleich kaufte. Es war ein Tontäfelchen, das vor einigen Hundert Jah- ren in einem Kloster hergestellt und von einem Mönch gesegnet worden war. Man sagte mir, dass es mich beschützen werde. Es fühlte sich wunderbar an, dieses wertvolle Objekt nah an meinem Herzen zu tragen. Und vom ersten Tag an war ich davon überzeugt, dass es über mich wacht. Sofort nach meiner Rückkehr machte ich eine hübsche Kette daraus und beschloss, sie niemals zu verkaufen. Diese Reise und diese Entdeckung waren der Beginn meines ,Little Buddha'-Shops. Dann fragte mich jemand: ,Wenn du schon Schmuck herstellen willst, warum besuchst du keinen Kurs?' Und das machte ich dann. Auf vielen langen Reisen durch Asien fand ich heraus, wo man die schönsten Kristalle und wertvollsten Steine findet und welche Werkstätten am besten damit umgehen können. Entwerfe ich zum Beispiel eine lange Halskette mit Amethysten und Türkisen, importiere ich die Steine aus Afghanistan und lasse sie in Thailand in Gold und Silber fassen.

Doch ich mache mich auch selbst immer wieder auf die Suche nach Bronze, Edelsteinamuletten oder Tontäfelchen in Antiquitätenläden und auf Märkten im Fernen Osten."

Quelle positiver Energie

Die buddhistische Tradition der gesegneten Amulette hat ihren Ursprung vor fast 2000 Jahren in Indien, war dann für lange Zeit in Verges senheit geraten und wurde in Thailand, Burma, Laos, Kambodscha, Indien und Tibet vor eini- gen Jahren wiederentdeckt. Dort heißen die Amulette "Tsha Tshas". In thailändischen Klöstern stellen heute besonders die jüngeren Mönchen Tontäfelchen her, in die das Porträt von Buddha mit einer Art Stempel gedrückt wird. Für die Mönche ist die Konzentration, die diese Arbeit erfordert, und der tief empfundene Segen, der jedem vollendeten Objekt gegeben wird, eine neue Form der Meditation. Die Täfelchen werden den Mönchen im bud- dhistischen Asien regelrecht aus den Händen gerissen, besonders in Thailand. Dort wollen die Träger der Amulette vom jeweiligen Mönch, der dem Schmuckstück seinen Segen gab, sogar noch tätowiert werden. Jolanda findet, dass dieser neue Brauch die Bedeutung und den Gebrauch der kleinen Buddhas etwas verändert hat."Was in früheren Jahrhunderten ein Objekt der Andacht war, ist heute eher ein Talisman, der die persönlichen Stärken des Trägers unterstützen soll. Ohne ein solches Amulett auf die Straße zu gehen, wird beinahe sc empfunden, als trüge man keine Kleider' Jolanda kauft diese neuen Amulette nicht. "Ich bevorzuge die traditionellen Täfelchen, daher benutze ich für meinen Schmuck lette, die zwischen 30 und 300 Jahre alt sind.
Ich mag eine geradlinige Holländerin sein, aber ich fühle, dass der Respekt und die Verehrung, die die Menschen den Figuren viele Jahre hindurch entgegengebracht haben, geradezu in die Amulette eingebettet sind. Das allein macht sie zu Quellen positiver Energie. Menschen sagen: "Warum machst Du Dir so viel Mühe, verkaufe doch einfach die neu hergestellten Repliken." Aber für mich geht es immer noch darum, Schätze zu finden: Schmuckstück, das einst von einem Menschen wertgeschätzt wurde, trägt diese Liebe in sich.
Und das sieht und spürt man."

 

Frühe Geschichte der kleinen Buddhas
Buddha-Amulette wurden erstmals von chinesischen Mönchen beschrieben, die im zweiten Jahrhundert nach Christus durch Indien reisten. Ihnen fiel auf, dass Pilger auf dem Weg zu heiligen Orten immer kleine Buddhas trugen. Die chinesischen Mönchen notierten sich die Zutaten für den dafür verwendeten Ton, der herkömmlichem Töpfermaterial entspricht, manchmal wurden dem Ton auch Blumensamen oder die Erde heiliger Stätten beigemischt. Der Ton wurde dann in Formen aus Bronze oder Terrakotta einige Stunden lang in einem Loch in der Erde gebrannt. Andere Amulette trockneten in der Sonne. Viele, die die Jahrhunderte überdauerten, sind heute zu zerbrechlich, um noch getragen werden zu können. Andere Täfelchen sind in Gold oder Silber eingefasst, sodass man sie als Anhänger für Halsketten verwenden kann.

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